Ostfriesische Teekultur

Die traditionellen Teezeiten sind frühmorgens, dann vormittags gegen 11:00 Uhr (das Elführtje), nachmittags gegen 15:00 Uhr und abends nach 20:00 Uhr.

Zuerst wird die Kanne mit heißem Wasser ausgespült. Dann wird pro Person ein Teelöffel Tee hineingegeben. Zusätzlich wird noch ein Teelöffel Tee für die Kanne hinzugefügt. Die Kanne wird auf ein Stövchen gestellt und der Tee mit sprudelndem Wasser aufgegossen. Allerdings darf nur soviel Wasser in der Kanne sein, dass die Teeblätter frei schwimmen. Nun muss der Tee ziehen. Eine Brokenmischung 5 Minuten, ein Blatt-Tee etwas länger. Danach wird die Kanne mit kochendem Wasser aufgefüllt. Nun wird kurz gewartet, bis die Teeblätter abgesunken sind. In die Teetasse wird ein großes Stück Kandis (Kluntje) gegeben. Darauf wird der Tee gegossen. In der Regel knistert nun der Kandis leise. Die Tasse sollte nur gut zur Hälfte gefüllt werden. Dabei wird die eigene Tasse zuerst eingegossen, damit einzelne Teeblätter aus der Tülle nicht in die Tasse der Gäste geraten. Nun wird der Sahnelöffel angefeuchtet und vorsichtig etwas Teesahne auf den Tee gelegt – sie sollte am Tassenrand hinuntergleiten und eine kleine Wolke auf dem Tee bilden. Diese Sahne, der „Rohm“, ist das I-Tüpfelchen auf dem Tee. Es handelt sich um besonders hochprozentige (über 35 %) Teesahne.
Zucker und Rahm machten den Tee früher oft erst genießbar. Das Trinkwasser war schlecht, und der Tee, den die einfache Bevölkerung sich leisten konnte, war minderer Qualität. Die Gäste greifen erst zur Tasse, wenn die Gastgeberin ihre Tasse nimmt. Der Tee wird getrrunken, ohne ihn umzurühren, damit die Dreiteilung des Tees nicht verloren geht:
Der erste Schluck ist mild und rahmig. Der zweite Schluck hat den vollen, herben Teegeschmack. Und mit dem dritten Schluck, mit dem das kleine ostfriesische „Koppke“ bereits zur Neige geht, schmeckt man die Süße des Kandis.
Drei Tassen stehen jedem Gast zu. Allerdings wird einem Gast immer weiter Tee eingegossen. Wenn der Gast keinen Tee mehr eingeschenkt bekommen möchte, stellt er den beiliegenden Teelöffel in die Tasse.

Echte ostfriesische Teemischungen

Die Basis der Mischung besteht seit Jahrzehnten aus dunklen, kräftigen Assamsorten, deren Anteil in der Mischung zwischen 70% und 80% liegt. Je nach Rezeptur wird der Assam veredelt und abgerundet durch hochwertige Darjeeling-, Ceylon-, Java- oder Sumatrasorten.
„Echt ostfriesisch“ darf nur ein Tee genannt werden, wenn er in Ostfriesland gemischt wurde.